Betriebsstundenzähler

Der Betriebsstundenzähler ermittelt die Einschaltzeit einer Gruppe oder Einzelgeräts. Für den Betriebsstundenzähler ist eine Gruppe oder ein Einzelgerät eingeschaltet, wenn der Helligkeitswert größer "0%" ist, das Leuchtmittel also leuchtet. Der Betriebsstundenzähler kann entweder als Sekundenzähler oder alternativ als Stundenzähler konfiguriert werden.

  • Sekundenzähler
    Das Gateway addiert für eine Gruppe oder Einzelgerät sekundengenau die ermittelte Einschaltzeit. Die aufsummierten Betriebssekunden werden in einem 4-Byte-Zähler nachgeführt und nichtflüchtig im Gateway gespeichert. Der aktuelle Zählerstand kann zyklisch oder bei Änderung um einen Intervallwert durch das Kommunikationsobjekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand - Status" gemäß DPT 13.100 auf den KNX ausgesendet werden.
  • Stundenzähler
    Das Gateway summiert für eine Gruppe oder Einzelgerät minutengenau die ermittelte Einschaltzeit auf volle Betriebsstunden auf. Die aufsummierten Betriebsstunden werden in einem 2-Byte-Zähler nachgeführt und nichtflüchtig im Gerät gespeichert. Der aktuelle Zählerstand kann zyklisch oder bei Änderung um einen Intervallwert durch das Kommunikationsobjekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand - Status" gemäß DPT 7.007 auf den KNX ausgesendet werden.
Funktionsweise des Betriebsstundenzählers (am Beispiel gezählter Stunden)

Im Auslieferungszustand stehen alle Werte des Gateways auf "0". Wenn der Betriebsstundenzähler in der Konfiguration einer Gruppe oder eines Einzelgeräts nicht freigegeben ist, werden keine Betriebsstunden oder Betriebssekunden gezählt. Sobald jedoch der Betriebsstundenzähler in der ETS freigeschaltet wird, werden sofort nach der Inbetriebnahme des Gateways durch die ETS die Betriebsstunden oder Betriebssekunden ermittelt und aufsummiert. Wenn ein Betriebsstundenzähler nachträglich in den Parametern wieder gesperrt und das Gateway mit dieser Sperrung programmiert wird, werden alle zuvor für die betroffene Gruppe oder das Einzelgerät gezählten Betriebsstunden oder Betriebssekunden gelöscht. Bei einer neuen Freigabe steht der Betriebsstundenzähler immer auf dem Zählerstand "0".

Die im Gerät gespeicherten Betriebsstundenwerte (volle Stunden) oder Betriebssekunden gehen durch einen Bus-/Netzspannungsausfall oder durch einen ETS-Programmiervorgang nicht verloren. Beim Stundenzähler: Aufsummierte Betriebsminuten (noch keine volle Stunde erreicht) werden in diesem Fall jedoch verworfen.

Nach Bus- oder Netzspannungswiederkehr oder nach einem ETS-Programmiervorgang aktualisiert das Gateway je Gruppe und Einzelgerät das Kommunikationsobjekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand - Status" und sendet den Objektwert aktiv auf den KNX aus. Der Objektwert kann darüber hinaus bei gesetztem Lesen-Flag ausgelesen werden.

Betriebsstundenzähler aktivieren

  1. Auf der Parameterseite "DALI System... -> Konfiguration Gruppen -> [x] Gruppenname -> Freigaben" oder "DALI System... -> Konfiguration Einzelgeräte -> [x] Gerätename -> Freigaben" den Parameter "Betriebsstundenzähler" aktivieren.
  • Der Betriebsstundenzähler ist aktiviert.
  1. Den Parameter "Betriebsstundenzähler" deaktivieren.
  • Der Betriebsstundenzähler ist deaktiviert.

Ein Sperren des Betriebsstundenzählers und ein anschließender ETS-Programmiervorgang bewirkt das Zurücksetzen des Zählerstands auf "0".

Zählerart einstellen

Der Betriebsstundenzähler kann wahlweise als Vor- oder Rückwärtszähler konfiguriert werden. In Abhängigkeit dieser Zählerart kann optional ein Grenz- oder ein Startwert eingestellt werden, wodurch beispielsweise die Betriebszeit eines Leuchtmittels durch Einschränkung des Zählbereiches überwacht werden kann.

Vorwärtszähler:
Nach der Aktivierung des Betriebsstundenzählers durch Freischaltung in der ETS oder durch Neustart werden beginnend bei "0" die Betriebsstunden gezählt. Maximal können 65.535 Stunden oder 2.147.483.647 Sekunden (entspricht ca. 66 Jahre) gezählt werden, danach bleibt der Zähler stehen und meldet über das Objekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand abgelaufen - Status" einen Zählerablauf.
Optional kann ein Grenzwert in der ETS eingestellt oder über das Kommunikationsobjekt "Betriebsstundenzähler - Meldewert" vorgegeben werden. In diesem Fall wird bereits beim Erreichen des Meldewerts der Zählerablauf über das Objekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand abgelaufen - Status" auf den KNX gemeldet, der Zähler läuft - falls er nicht neu gestartet wird - jedoch noch bis zum Maximalwert weiter und stoppt dann. Erst ein Neustart leitet einen neuen Zählvorgang ein.

Rückwärtszähler:
Nach der Freischaltung des Betriebsstundenzählers in der ETS steht der Zählerstand auf "0" und das Gateway meldet für die betroffene Gruppe oder das Einzelgerät nach dem Programmiervorgang oder nach Busspannungswiederkehr über das Objekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand abgelaufen - Status" einen Zählerablauf. Erst nach einem Neustart wird der Rückwärtszähler auf den Maximalwert 65.535 Stunden oder 2.147.483.647 Sekunden (entspricht ca. 66 Jahre) gestellt und der Zählvorgang gestartet.
Optional kann ein Startwert in der ETS eingestellt oder über das Kommunikationsobjekt "Betriebsstundenzähler - Startwert" vorgegeben werden. Falls ein Startwert eingestellt ist, wird der Rückwärtszähler nach einem Neustart mit diesem Wert anstelle des Maximalwertes initialisiert. Der Zähler zählt dann stundenweise den Startwert herunter. Wenn der Rückwärtszähler den Wert "0" erreicht, wird der Zählerablauf über das Objekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand abgelaufen - Status" auf den KNX gemeldet und der Zählvorgang gestoppt. Erst ein Neustart leitet einen neuen Zählvorgang ein.

  • Der Betriebsstundenzähler muss freigeschaltet sein.
  1. Den Parameter "Zählrichtung" auf der Parameterseite "DALI System... -> Konfiguration Gruppen -> [x] Gruppenname -> Betriebsstundenzähler" oder "DALI System... -> Konfiguration Einzelgeräte -> [x] Gerätename -> Betriebsstundenzähler" auf "Vorwärts" einstellen. Den Parameter "Meldewert vorgeben" aktivieren, wenn eine Überwachung eines Meldewertes erforderlich ist. Andernfalls den Parameter deaktivieren. Bei aktivierter Meldewertüberwachung bei "Wertvorgabe" entscheiden, ob der Meldewert über Parameter oder über ein Objekt vorgegeben werden soll. Bei Vorgabe über Parameter den erforderlichen Meldewert konfigurieren.
  • Der Zähler zählt die Betriebsstunden vorwärts von "0" beginnend. Bei aktivierter Meldewertüberwachung sendet das Gateway für die betroffene Gruppe oder das Einzelgerät ein "EIN"-Telegramm über das Objekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand abgelaufen - Status" aus, sobald der vorgegebene Meldewert erreicht ist. Andernfalls wird der Zählerablauf erst beim Erreichen des Maximalwertes ausgesendet.
  1. Den Parameter "Zählrichtung" auf "Rückwärts" einstellen. Den Parameter "Startwert vorgeben" aktivieren, wenn eine Startwertvorgabe erforderlich ist. Andernfalls den Parameter deaktivieren. Bei aktivierter Startwertüberwachung bei "Wertvorgabe" entscheiden, ob der Startwert über Parameter oder über ein Objekt vorgegeben werden soll. Bei Vorgabe über Parameter den erforderlichen Startwert konfigurieren.
  • Der Zähler zählt die Betriebsstunden nach einem Neustart rückwärts bis nach "0". Bei Startwertvorgabe wird der Startwert heruntergezählt, andernfalls beginnt der Zählvorgang beim Maximalwert. Das Gateway sendet für die betroffene Gruppe oder das Einzelgerät ein "EIN"-Telegramm über das Objekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand abgelaufen - Status" aus, sobald der Wert "0" erreicht ist.

Der Wert des Kommunikationsobjektes "Betriebsstundenzähler - Zählerstand abgelaufen - Status" wird geräteintern nichtflüchtig gespeichert. Das Objekt wird beim Einschalten der Bus-/Netzspannung oder nach einem ETS-Programmiervorgang mit dem zuvor gespeicherten Wert initialisiert. Wenn in diesem Fall ein Betriebsstundenzähler als abgelaufen gekennzeichnet ist, der Objektwert also auf "EIN" steht, wird zusätzlich ein Telegramm aktiv auf den KNX ausgesendet sobald die parametrierte Sendeverzögerung nach Bus-/Netzspannungswiederkehr abgelaufen ist. Wenn der Zähler noch nicht abgelaufen ist (Objektwert "AUS"), dann wird kein Telegramm nach Bus-/Netzspannungswiederkehr oder nach einem ETS-Programmiervorgang ausgesendet.

Bei Melde- oder Startwertvorgabe über Kommunikationsobjekt: Die über das Objekt empfangenen Werte werden erst bei einem Neustart des Betriebsstundenzählers gültig übernommen und geräteintern nichtflüchtig gespeichert. Nach dem Einschalten der Versorgungsspannung oder nach einem ETS-Programmiervorgang wird das Objekt mit dem zuletzt gespeicherten Wert initialisiert. Die empfangenen Werte gehen bei Netzspannungsausfall oder durch einen ETS-Programmiervorgang verloren, wenn zuvor kein Zählerneustart ausgeführt wurde. Aus diesem Grund wird empfohlen, bei der Vorgabe eines neuen Melde- oder Startwerts im Anschluss auch immer einen Zählerneustart auszuführen. Solange über das Objekt noch kein Melde- oder Startwert empfangen wurde, wird fest ein Standardwert von 65.535 Stunden oder 2.147.483.647 Sekunden vorgegeben. Die über das Objekt empfangenen und gespeicherten Werte werden auf den Standardwert zurückgestellt, wenn der Betriebsstundenzähler in den Parametern der ETS gesperrt und ein ETS-Programmiervorgang ausgeführt wird.

Bei Melde- oder Startwertvorgabe über Objekt: Wenn der Melde- oder Startwert mit "0" vorgegeben wird, ignoriert das Gateway einen Zählerneustart, um ein ungewolltes Zurücksetzen zu vermeiden (z. B. im Baustellenbetrieb -> durch Handbedienung bereits Betriebsstunden gezählt).

Wenn die Zählrichtung eines Betriebsstundenzählers durch Neuparametrierung in der ETS umgedreht wird, sollte nach dem Programmieren des Gateways stets ein Neustart des Zählers ausgeführt werden, damit sich der Zähler neu initialisiert.

Betriebsstundenzähler neu starten

Der Zählerstand der Betriebsstunden kann jederzeit durch das Kommunikationsobjekt "Betriebsstundenzähler - Neustart" zurückgesetzt werden. Die Polarität des Reset-Telegramms ist fest vorgegeben: "1" = Neustart / "0" = keine Reaktion.
Beim Vorwärtszähler wird der Zähler bei einem Neustart mit dem Wert "0" und beim Rückwärtszähler mit dem Startwert initialisiert. Wenn kein Startwert parametriert oder durch das Objekt vorgegeben wurde, ist der Startwert fest auf 65535 Stunden oder 2.147.483.647 Sekunden eingestellt.

Bei jedem Zählerneustart wird der initialisierte Zählerstand aktiv auf den KNX ausgesendet. Bei einem Neustart wird auch die Meldung eines Zählerablaufes zurückgesetzt. Dabei wird über das Objekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand abgelaufen - Status" ein "AUS"-Telegramm auf den KNX ausgesendet. Zusätzlich wird der Melde- oder Startwert initialisiert.

Wenn ein neuer Melde- oder Startwert über das Kommunikationsobjekt vorgegeben wurde, sollte im Anschluss auch immer ein Zählerneustart ausgeführt werden. Andernfalls gehen die empfangenen Werte bei Busspannungsausfall oder durch einen ETS-Programmiervorgang verloren.

Wenn ein Melde- oder Startwert mit "0" vorgegeben wird, gibt es bei einem Neustart unterschiedliche Verhaltensweisen in Abhängigkeit des Prinzips der Wertvorgabe...
Bei Vorgabe über Parameter:
Der Zähler läuft nach einem Zählerneustart sofort ab.
Bei Vorgabe über Objekt:
Ein Zählerneustart wird ignoriert, um ein ungewolltes Zurücksetzen zu vermeiden (beispielsweise nach der Installation der Geräte, wobei durch die Handbedienung bereits Betriebsstunden gezählt wurden). Um den Neustart auszuführen, muss zunächst ein Melde- oder Startwert größer "0" vorgegeben werden.

Sendeverhalten einstellen

Der aktuelle Wert des Betriebsstundenzählers wird kontinuierlich im Kommunikationsobjekt "Betriebsstundenzähler - Zählerstand - Status" nachgeführt. Der Inhalt des Objekts wird bei Änderung um das eingestellte Zählwertintervall oder zyklisch aktiv auf den KNX ausgesendet. Der Objektwert kann darüber hinaus jederzeit ausgelesen werden (Lesen-Flag setzen).

  • Der Betriebsstundenzähler muss freigeschaltet sein.
  1. Den Parameter "Sendeverhalten" auf der Parameterseite "DALI System... -> Konfiguration Gruppen -> [x] Gruppenname -> Betriebsstundenzähler" oder "DALI System... -> Konfiguration Einzelgeräte -> [x] Gerätename -> Betriebsstundenzähler" auf "bei Änderung um Intervallwert" einstellen. Den Parameter "Zählintervall" auf den gewünschten Wert konfigurieren.
  • Der Zählerstand wird auf den KNX ausgesendet, sobald er sich um das vorgegebene Zählintervall ändert.
  1. Den Parameter "Sendeverhalten" auf "zyklisch" einstellen.
  • Der Zählwert wird zyklisch ausgesendet. Die Zykluszeit wird durch den gleichnamigen Parameter definiert.

Nach Bus-/Netzspannungswiederkehr oder nach einem ETS-Programmiervorgang wird der Zählerstand stets unmittelbar automatisch ausgesendet.