Zwangsstellung

Die Zwangsstellungsfunktion lässt sich auch mit anderen Funktionen einer Gruppe oder eines Einzelgeräts kombinieren. Bei einer aktiven Zwangsstellung werden die vorgelagerten Funktionen übersteuert, so dass die betroffene Gruppe oder das Gerät verriegelt wird. Die Zwangsstellungsfunktion besitzt ein separates 2-Bit-Kommunikationsobjekt. Das erste Bit (Bit 0) des Objekts "Zwangsstellung - Aktivieren / Deaktivieren" gibt an, ob zwangsgesteuert ausgeschaltet oder eingeschaltet wird. Beim zwangsgeführten Einschalten wird durch einen ETS-Parameter festgelegt, auf welchen Helligkeitswert eingeschaltet werden soll. Mit dem zweiten Bit (Bit 1) Objekts wird die Zwangsführung aktiviert oder deaktiviert. Das Verhalten am Ende der Zwangsstellung ist parametrierbar. Zusätzlich kann das Zwangsobjekt nach Bus- oder Netzspannungswiederkehr initialisiert werden.

Bitkodierung der Zwangsstellung
  1. Auf der Parameterseite "DALI System... -> Konfiguration Gruppen -> [x] Gruppenname -> Freigaben" oder "DALI System... -> Konfiguration Einzelgeräte -> [x] Gerätename -> Freigaben" den Parameter "Sperrfunktion / Zwangsstellung" auf "Zwangsstellung" einstellen.
  • Die Zwangsstellung ist freigeschaltet. Es werden das Kommunikationsobjekt "Zwangsstellung - Aktivieren / Deaktivieren" und die Parameter der Zwangsstellungsfunktion sichtbar.

Die Parameter zur Konfiguration der Zwangsstellung sind auf der Parameterseite "DALI System... -> Konfiguration Gruppen -> [x] Gruppenname -> Zwangsstellung" oder "DALI System... -> Konfiguration Einzelgeräte -> [x] Gerätename -> Zwangsstellung" verfügbar.

Eine Zwangsstellung beeinflusst ausschließlich die Helligkeitssteuerung einer Gruppe oder eines Einzelgeräts. Farbtemperatur oder Farbe - sofern die Gruppen und Einzelgeräte diesen Funktionsumfang besitzen - bleiben bei einer Zwangsstellung stets unverändert.

Bei farbsteuerbaren DALI Betriebsgeräten wird bei einer Zwangsstellung die Farbe auf den maximalen Farbwert (RGB: #FFFFFF) und ggf. zusätzlich auf den maximalen Weißwert (#FF) eingestellt, jedoch nur, wenn die aktuelle Farbe dem Zustand "#000000" (Schwarz) und der optionale Weißwert "#00" entspricht. Hierdurch wird sichergestellt, dass eine manuelle Helligkeitsansteuerung über die Zwangsstellung für den Anwender erkennbar ist.

  1. Den Parameter "Zwangsstellung 'aktiv, einschalten'" auf das erforderliche Verhalten konfigurieren, welches ausgeführt werden soll, wenn eine Zwangssteuerung über das Kommunikationsobjekt aktiviert wird.
  • vorgeben: Die DALI Betriebsgeräte stellen sich bei einer Zwangsführung auf die im Parameter "Helligkeitswert" konfigurierte Helligkeit ein.
  • keine Reaktion: Die Busbedienung wird zwar verriegelt, die Betriebsgeräte zeigen jedoch keine Reaktion und verbleiben im zuletzt eingestellten Helligkeitszustand.
  • Memorywert (Helligkeit vor letztem Ausschalten): Der vor dem letzten Ausschalten aktive und geräteintern abgespeicherte Helligkeitswert wird eingestellt. Dieser Memorywert wird nichtflüchtig im Gateway abgespeichert, so dass nach Bus- oder Netzspannungswiederkehr der Wert erhalten bleibt. Nach einem ETS-Programmiervorgang ist der Memorywert auf "100%" vordefiniert. Dieser Wert wird optional durch die Maximalhelligkeit begrenzt.
  1. Den Parameter "Zwangsstellung Ende 'inaktiv'" auf das erforderliche Verhalten einstellen.
  • Am Ende der Zwangsstellung wird das parametrierte Verhalten ausgeführt. Die Busbedienung wird wieder freigegeben.
  • nachführen: Am Ende der Zwangsstellung wird der während der Zwangsstellungsfunktion empfangene oder der vor der Funktion eingestellte Helligkeitszustand nachgeführt. Dabei werden auch ggf. ablaufende Zeitfunktionen berücksichtigt. Ein Szenenabruf (niedrige Priorität) wird nicht nachgeführt.
  • keine Reaktion: Die Betriebsgeräte zeigen keine Reaktion und verbleiben im zuletzt durch die Zwangsstellung eingestellten Helligkeitszustand.

Beim Nachführen von Zwangsstellungen am Ende einer Handbedienung: Wenn über den KNX vor oder während eines kurzzeitigen oder permanenten Handbetriebs eine Zwangsstellung aktiviert wurde, führt das Gateway für die betroffenen Gruppen und Einzelgeräte am Ende der Handbedienung immer diese höher priorisierte Funktion aus (Verriegelung der Busbedienung). Nur bei der Einstellung "Am Ende der permanenten Handbedienung = Ausgänge nachführen" führt das Gateway das Verhalten zu Beginn der Zwangsstellung erneut aus. Der Busbetrieb über Schalten, Dimmen, Wert, Szene, Zentral wird dann gesperrt.

Aktualisierungen des Zwangsstellungsobjektes (z. B. "Zwangsstellung aktiv" nach "Zwangsstellung aktiv" unter Beibehaltung des aufgezwungenen Schaltstatus oder "Zwangsstellung nicht aktiv" nach "Zwangsstellung nicht aktiv") zeigen keine Reaktion. Ausnahme: Wenn am Ende einer Handbedienung das Verhalten auf "keine Änderung" vorgegeben ist, führt das Gateway aktive Zwangsstellungen nach (Verriegelung der Busbedienung). Wenn in diesem Zustand erneut ein Telegramm "Zwangsstellung aktiv" empfangen wird, führt das Gateway das Verhalten zu Beginn der Zwangsstellung erneut aus.

Der aktuelle Zustand des Objekts der Zwangsstellung wird bei Bus- oder Netzspannungsausfall gespeichert.

  1. Den Parameter "Nach Bus-/Netzspannungswiederkehr" auf das erforderliche Verhalten einstellen.
  • Nach Bus- oder Netzspannungswiederkehr wird der parametrierte Zustand in das Kommunikationsobjekt "Zwangsstellung - Aktivieren / Deaktivieren" übernommen. Bei einer aktivierten Zwangsstellung wird die Gruppe oder das Einzelgerät unmittelbar nach Bus-/Netzwiederkehr entsprechend angesteuert und zwangsverriegelt, bis über den KNX eine Zwangsfreigabe erfolgt. Der Parameter "Nach Busspannungswiederkehr" wird in diesem Fall nicht ausgewertet.
  • Zustand vor Bus-/Netzspannungsausfall: Es wird nach Bus- oder Netzspannungswiederkehr der zuletzt vor Bus- oder Netzspannungsausfall eingestellte und intern abgespeicherte Zustand der Zwangsstellung nachgeführt. Ein ETS-Programmiervorgang löscht den gespeicherten Zustand (Reaktion dann wie "keine Zwangsstellung aktiv"). Wenn der nachgeführte Zustand "keine Zwangsstellung aktiv" ist, wird bei Busspannungswiederkehr der zwangsunabhängige Parameter "Nach Busspannungswiederkehr" ausgeführt. Bei aktivierter Zwangsstellung werden die DALI Betriebsgeräte auf den Helligkeitswert eingeschaltet, welcher durch den Parameter "Zwangsstellung 'aktiv, einschalten'" vorgegeben wird.

Nach einem ETS-Programmiervorgang der Applikation oder der Parameter ist die Zwangsstellungsfunktion stets deaktiviert (Objektwert "0").