Handbedienung

Das Gateway verfügt über eine Handbedienung zur manuellen Steuerung der konfigurierten Gruppen und Einzelgeräte oder zur Broadcast-Steuerung. Über ein Tastenfeld mit Funktionstasten, Status-LED und 7-Segmentanzeige auf der Gerätefront können die folgenden Betriebsarten des Gerätes eingestellt werden...

  • Busbetrieb: Bedienung über Tastsensoren oder andere Busgeräte,
  • Kurzzeitiger Handbetrieb: Manuelle Bedienung vor Ort mit Tastenfeld, automatische Rückkehr in Busbetrieb,
  • Permanenter Handbetrieb: Manuelle Bedienung vor Ort mit Tastenfeld.

Eine Handbedienung ist nur bei eingeschalteter Netzspannungsversorgung des Gateways möglich. Im Auslieferungszustand des Gateways ist die Handbedienung freigegeben. In diesem unprogrammierten Zustand können alle angeschlossenen DALI Betriebsgeräte beider DALI Systeme über die Broadcast-Funktion angesteuert werden, wodurch eine schnelle Funktionsprüfung der angeschlossenen EVG (beispielsweise auf der Baustelle) ermöglicht wird.

Nach der ersten Inbetriebnahme des Gateways durch die ETS kann die Handbedienung für verschiedene Betriebszustände separat freigegeben oder gesperrt sein. So kann die Handbedienung im Busbetrieb (bei vorhandener Busspannung) deaktiviert werden. Möglich ist auch die Deaktivierung der Handbedienung bei Busspannungsausfall.

Über eine Handbedienung ist ausschließlich die Steuerung des Schaltzustands (EIN / AUS) sowie des Helligkeitswerts (dimmen) möglich. Die Farbtemperatur einer Gruppe oder eines Einzelgeräts kann nicht verändert werden. Bei farbsteuerbaren DALI Betriebsgeräten wird bei einer Handbedienung die Farbe auf den maximalen Farbwert (RGB: #FFFFFF) und ggf. zusätzlich auf den maximalen Weißwert (#FF) eingestellt, jedoch nur, wenn die aktuelle Farbe dem Zustand "#000000" (Schwarz) und der optionale Weißwert "#00" entspricht. Hierdurch wird sichergestellt, dass eine manuelle Helligkeitsansteuerung über die Handbedienung für den Anwender erkennbar ist.

Handbedienung freigeben

Die Parameter "Handbedienung bei Busspannungsausfall" und "Handbedienung bei Busbetrieb" auf der Parameterseite "Handbedienung" geben die Handbedienung für die verschiedenen Betriebszustände frei.

  1. Den Parameter "Handbedienung bei Busbetrieb" aktivieren.
  • Die Handbedienung ist bei eingeschalteter Busspannung grundsätzlich freigegeben. Die DALI Gruppen und Einzelgeräte des Gateways können über den Bus oder durch die Handbedienung angesteuert werden. Diese Einstellung entspricht der Werksauslieferung.
  1. Den Parameter "Handbedienung bei Busbetrieb" deaktivieren.
  • Die Handbedienung ist vollständig gesperrt, wenn die Busspannung eingeschaltet ist. In dieser Konfiguration sind die DALI Gruppen und Einzelgeräte des Gateways ausschließlich über KNX ansteuerbar.
  1. Den Parameter "Handbedienung bei Busspannungsausfall" aktivieren.
  • Die Handbedienung ist bei ausgeschalteter Busspannung grundsätzlich freigegeben. Diese Einstellung entspricht der Werksauslieferung.
  1. Den Parameter "Handbedienung bei Busspannungsausfall" deaktivieren.
  • Die Handbedienung ist vollständig gesperrt, wenn die Busspannung ausgeschaltet ist. Da in diesem Zustand auch keine Busbedienung möglich ist, können die DALI Betriebsgeräte nicht mehr angesteuert werden.

Eine Handbedienung ist nur bei eingeschalteter Netzspannungsversorgung möglich. Der Parameter "Bei Busspannungswiederkehr" definiert, ob ein kurzzeitiger oder permanenter Handbetrieb automatisch beendet wird, sobald die Busspannung eingeschaltet wird.

Verhalten zu Beginn und am Ende der Handbedienung einstellen

Die Handbedienung unterscheidet den kurzzeitigen und den permanenten Handbetrieb. In Abhängigkeit dieser Betriebsarten ist das Verhalten speziell am Ende der Handbedienung unterschiedlich. Grundsätzlich ist zu beachten, dass während eines aktivierten Handbetriebs die Busbedienung, also die Ansteuerung der DALI Gruppen und Einzelgeräte durch den direkten Betrieb (Schalten / Dimmen / Wert / Szenen / Zentral) oder durch die Sperr- oder Zwangsstellungsfunktionen, immer gesperrt ist. Die Handbedienung besitzt also die höchste Priorität.

Verhalten zu Beginn der Handbedienung:
Das Verhalten zu Beginn der Handbedienung unterscheidet sich für den kurzzeitigen oder permanenten Handbetrieb nicht. Bei der Aktivierung des Handbetriebs bleiben die Helligkeitszustände der DALI Gruppen und Einzelgeräte unverändert.

Besonderheit "Blinken bei Sperrfunktion": Das Blinken einer Sperrfunktion wird zu Beginn einer Handbedienung unterbrochen. Die Helligkeit bleibt auf dem zuletzt eingestellten Blinkzustand stehen ("EIN" oder "AUS"). Der Schaltstatus wird als "EIN" angezeigt.

Verhalten am Ende der Handbedienung:
Das Verhalten am Ende der Handbedienung wird für den kurzzeitigen und für den permanenten Handbetrieb unterschieden. Der kurzzeitige Handbedienmodus wird automatisch ausgeschaltet, sobald die letzte Gruppe oder das letzte Einzelgerät angewählt wurde und die Auswahltaste cein weiteres Mal gedrückt wird. Beim Ausschalten des kurzzeitigen Handbetriebs geht das Gateway wieder in den normalen Busbetrieb zurück und verändert die durch die Handbedienung eingestellten Helligkeitszustände nicht. Wenn über den KNX vor oder während der Handbedienung eine Zwangsstellung oder eine Sperrfunktion aktiviert wurde, führt das Gateway für die betroffenen Gruppen und Einzelgeräte diese höher priorisierten Funktionen aus.

Der permanente Handbedienmodus wird ausgeschaltet, wenn die Auswahltaste c länger als 5 Sekunden gedrückt wird. Je nach Konfiguration des Gateways in der ETS werden beim Ausschalten des permanenten Handbetriebs die Gruppen auf den durch die Handbedienung zuletzt eingestellten oder intern nachgeführten Zustand (direkter Busbetrieb, Sperrfunktion, Zwangsstellung) eingestellt. Der Parameter "Am Ende der permanenten Handbedienung" legt dabei die Reaktion fest.

  1. Den Parameter "Am Ende der permanenten Handbedienung" einstellen auf "keine Änderung".
  • Alle während der aktiven permanenten Handbedienung empfangenen Telegramme zur direkten Busbedienung (Schalten, Dimmen, Wert, Zentral, Szenen) werden verworfen. Nach Beenden der permanenten Handbedienung bleibt der momentane Helligkeitszustand aller Gruppen und Einzelgeräte unverändert. Wenn jedoch vor oder während der Handbedienung eine Zwangsstellung oder eine Sperrfunktion aktiviert wurde, führt das Gateway für die betroffenen Gruppen diese höher priorisierten Funktionen aus.
  1. Den Parameter "Am Ende der permanenten Handbedienung" einstellen auf "Ausgänge nachführen".
  • Während der aktiven permanenten Handbedienung werden alle eintreffenden Telegramme intern nachgeführt. Beim Beenden der Handbedienung werden die Gruppen und Einzelgeräte auf die zuletzt nachgeführten Helligkeitszustände eingestellt. Wenn vor oder während der Handbedienung eine Zwangsstellung oder eine Sperrfunktion aktiviert wurde, führt das Gateway für die betroffenen Gruppen und Einzelgeräte diese höher priorisierten Funktionen aus.

Beim Nachführen von Sperrfunktionen oder Zwangsstellungen: Wenn über den KNX vor oder während eines kurzzeitigen oder permanenten Handbetriebs eine Sperrfunktion aktiviert wurde, führt das Gateway für die betroffenen Gruppen und Einzelgeräte am Ende der Handbedienung immer diese höher priorisierten Funktionen aus (Verriegelung der Busbedienung). Nur bei der Einstellung "Am Ende der permanenten Handbedienung = Ausgänge nachführen" führt das Gateway das Verhalten zu Beginn der Sperrfunktion erneut aus. Der Busbetrieb über Schalten, Dimmen, Wert, Szene, Zentral wird dann gesperrt.

Das Verhalten am Ende der permanenten Handbedienung bei nicht eingeschalteter Busspannung (nur Handbetrieb) ist fest auf "keine Änderung" eingestellt.

Die während einer Handbedienung ausgelösten Bedienvorgänge werden über die Statusobjekte auf den KNX ausgesendet, sofern die Busspannung eingeschaltet ist.

Bei einem ETS-Programmiervorgang wird eine aktivierte Handbedienung immer beendet. Sofern eine Handbedienung bei Busspannungsausfall möglich ist, entscheidet der Parameter "Bei Busspannungswiederkehr", ob eine Handbedienung beim Wiedereinschalten der Busspannung beendet wird, oder nicht. In beiden Fällen wird beim Beenden eines Handbetriebs nicht das vorgegebene Verhalten am Ende der Handbedienung ausgeführt. Stattdessen führt das Gateway das bei den Gruppen und Einzelgeräten konfigurierte Verhalten nach ETS-Programmiervorgang oder bei Bus-/Netzspannungswiederkehr aus.

Sperrfunktion der Handbedienung einstellen

Die Handbedienung kann über den KNX – auch während einer aktivierten Handbedienung – individuell gesperrt werden. Sobald bei freigegebener Sperrfunktion ein Sperrtelegramm empfangen wird, beendet das Gateway sofort eine aktivierte Handbedienung und verriegelt die Funktionstasten auf der Gerätefront. Die Telegrammpolarität des Sperrobjektes ist konfigurierbar.

  • Die Handbedienung bei Busbetrieb muss freigegeben sein.
  1. Den Parameter "Sperrfunktion" auf der Parameterseite "Handbedienung" aktivieren.
  • Die Sperrfunktion der Handbedienung ist freigegeben und das Sperrobjekt wird sichtbar.
  1. Beim Parameter "Objekt-Polarität" die gewünschte Telegrammpolarität parametrieren.

Bei der Polarität "1 = freigegeben / 0 = gesperrt" ist die Sperrfunktion nach Bus-/Netzspannungswiederkehr oder nach einem ETS-Programmiervorgang sofort aktiv (Objektwert "0"). Zur Aktivierung einer Handbedienung muss in diesem Fall zunächst ein Freigabetelegramm "1" auf das Sperrobjekt gesendet werden.

Bei Busspannungsausfall ist die Sperrung über das Sperrobjekt immer inaktiv (die Handbedienung ist dann gemäß Parametrierung entweder freigegeben oder vollständig gesperrt). Nach Busspannungswiederkehr ist eine zuvor aktive Sperrung bei nichtinvertierter Polarität des Sperrobjekts stets inaktiv.

Bei Ausfall der Versorgungsspannung (Netzspannungsausfall) wird die Sperrung über das Sperrobjekt deaktiviert.

Wenn eine aktive Handbedienung durch eine Sperrung beendet wird, sendet der Aktor auch eine Statusmeldung "Handbedienung inaktiv" auf den KNX aus, falls die Statusmeldung freigegeben ist.

Die Funktion "automatischer Gerätetausch" wird durch die Sperrfunktion der Handbedienung nicht beeinflusst.

Statusmeldung der Handbedienung einstellen

Das Gateway kann eine Statusmeldung über ein separates Objekt auf den KNX aussenden, wenn die Handbedienung aktiviert oder deaktiviert wird. Das Statustelegramm kann nur bei eingeschalteter Busspannung ausgesendet werden. Die Funktion der Statusmeldung ist konfigurierbar.

  • Die Handbedienung bei Busbetrieb muss freigegeben sein.
  1. Den Parameter "Status-Objekt" auf der Parameterseite "Handbedienung" aktivieren.
  • Die Statusmeldung der Handbedienung ist freigegeben und das Statusobjekt wird sichtbar.
  1. Beim Parameter "Funktion" festlegen, ob das Statustelegramm generell beim Aktivieren der Handbedienung oder nur bei Aktivierung der permanenten Handbedienung "1" wird.

Das Statusobjekt ist immer "0", wenn die Handbedienung deaktiviert ist.

Der Status ("0") wird nach Netzspannungswiederkehr immer aktiv auf den KNX ausgesendet, sofern die Busspannung verfügbar ist. Der Status wird nach Busspannungswiederkehr bei vorhandener Netzspannungsversorgung nur dann aktiv auf den KNX ausgesendet, wenn die Handbedienung während Busausfall aktiviert wurde oder durch die Wiederkehr der Busspannung beendet wird. Das Aussenden des Statustelegramms erfolgt in den genannten Fällen jeweils ohne Verzögerung.

Wenn eine aktive Handbedienung durch eine Sperrung beendet wird, sendet der Aktor auch eine Statusmeldung "Handbedienung inaktiv" auf den KNX aus.

Sperrung der Bussteuerung einstellen

Einzelne Gruppen und Einzelgeräte lassen sich vor Ort sperren, so dass die betroffenen DALI Betriebsgeräte nicht mehr über den KNX ansteuerbar sind. Eine Sperrung der Busbedienung wird durch Vor-Ort-Bedienung im permanenten Handbetrieb eingeleitet und durch Blinken der Gruppen- oder Einzelgerätenummer in der 7-Segmentanzeige signalisiert. Die gesperrten Gruppen und Einzelgeräte können dann ausschließlich in der permanenten Handbedienung angesteuert werden.

  • Die Handbedienung bei Busbetrieb muss freigegeben sein.
  1. Den Parameter "Bussteuerung von einzelnen Gruppen oder Einzelgeräten sperrbar" auf der Parameterseite "Handbedienung" aktivieren.
  • Die Funktion zur Sperrung der Bussteuerung ist freigegeben und kann vor Ort aktiviert werden. Alternativ verhindert das Deaktivieren des Parameters an dieser Stelle das Aktivieren der Sperrung der Bussteuerung im permanenten Handbetrieb.

Die vor Ort eingeleitete Sperrung hat die höchste Priorität. Somit werden andere Funktionen des Gateways, die über den KNX aktiviert werden können (z. B. Zwangsstellung oder Sperrfunktion), übersteuert. Je nach Parametrierung des Gateways in der ETS werden die Gruppen und Einzelgeräte bei Sperrfreigabe und anschließendem Ausschalten des permanenten Handbetriebs auf den durch die Handbedienung zuletzt eingestellten oder intern nachgeführten Zustand (direkter Betrieb, Zwangsstellung, Sperrung) eingestellt.

Die Sperrung der Bussteuerung hat keinen Einfluss auf eingebundene DALI Sensoren.

Eine vor Ort aktivierte Sperrung der Bussteuerung wird bei Busspannungsausfall oder -wiederkehr nicht zurückgesetzt. Ein Ausfall der Versorgungsspannung (Netzspannungsausfall) oder ein ETS-Programmiervorgang deaktiviert die Sperrung der Bussteuerung stets.

DALI Gerätetausch

Das DALI Gateway ist in der Lage, nach Starten des automatischen Gerätetausches ein DALI System auf Vollständigkeit der zuvor in Betrieb genommenen DALI Betriebsgeräte zu prüfen. Wurde beispielsweise ein defektes DALI EVG durch den Installateur entfernt und durch ein Neues ersetzt, ist das DALI Gateway in der Lage, das neue EVG mit den Projektierungsdaten des ausgefallenen EVG zu programmieren. Somit besteht die Möglichkeit, durch einfache Bedienung am Gerät und ohne Parametrierungsaufwand in der ETS ein ausgefallenes DALI Betriebsgerät zu ersetzen.

Bei Verwendung des automatischen Gerätetausches dürfen nur Betriebsgeräte gleichen DALI Typs miteinander getauscht werden! Sollen Betriebsgeräte anderen Typs eingesetzt werden, ist eine vollständige DALI Inbetriebnahme mit Hilfe des ETS Plug-Ins durchzuführen.

Die Aktivierung des automatischen Gerätetausches und die erforderlichen Schritte zur Ausführung des Tauschvorgangs sind detailliert im Kapitel "Bedienung" dieser Dokumentation beschrieben Einleitung Bedienung. Im Folgenden ist die ETS-Parametrierung dieser Funktion dokumentiert.

Freigabe für DALI Gerätetausch einstellen

In der ETS-Parametrierung kann festgelegt werden, ob ein automatischer Gerätetausch durch eine Vor-Ort-Bedienung am DALI Gateway ausgeführt werden kann oder nicht.

  1. Den Parameter "Freigabe DALI Gerätetausch durch Handbedienung ?" auf der Parameterseite "Allgemein" auf "ja" einstellen.
  • Ein automatischer DALI Gerätetausch kann durch eine Vor-Ort-Bedienung am Gateway eingeleitet und ausgeführt werden.
  1. Den Parameter "Freigabe DALI Gerätetausch durch Handbedienung ?" auf "nein" einstellen.
  • Ein automatischer DALI Gerätetausch ist nicht möglich. Die Bedienfunktion ist vor Ort gesperrt.

Während des automatischen Gerätetausches sind alle anderen Funktionen des DALI Gateways gestoppt. Das Gateway führt während des Gerätetausches alle empfangenen Buszustände nach und wertet die zuletzt nachgeführten Werte (Schalten, Dimmen, Helligkeitswert, Szenen, Zentralfunktion, Notbetrieb, Zwangsstellung, Sperrfunktion) am Ende des automatischen Gerätetausches normal aus. Ein aktiver Notbetrieb und eine aktive Zwangsstellung oder Sperrfunktion wird durch den Gerätetausch unterbrochen und am Ende des Tauschvorgangs wieder aktiviert, falls die Funktionen zwischenzeitlich nicht deaktiviert worden sind. Das Verhalten wie zu Beginn einer Zwangsstellung oder Sperrfunktion wird dabei nicht erneut ausgeführt.

Ein automatischer Gerätetausch kann auch bei gesperrter Handbedienung ausgeführt werden.