DALI System
Das Gateway bildet die Schnittstelle zwischen einer KNX Installation und einer digitalen DALI (Digital Addressable Lighting Interface) Beleuchtungsanlage. Abhängig von der Gerätevariante ermöglicht das Gateway ein Schalten und Dimmen von DALI Betriebsgeräten in zwei getrennten DALI Systemen (2 x 64 Betriebsgeräte).
Durch bis zu 6 unterschiedliche Adressierungsarten ist das gruppenorientierte und einzeladressierte Ansteuern von DALI Leuchten über KNX Telegramme möglich. Hierdurch wird die Einbindung einer raumbezogenen Lichtsteuerung von beispielsweise Großraumbüros, Mehrzweckräumen, Fertigungshallen, Schulungs- und Vortragsräumen oder Schaufenstern in das übergeordnete KNX Gebäudemanagement ermöglicht. Abhängig von der Konfiguration stehen für eine Gruppenadressierung bis zu 32 unabhängige DALI Gruppen zur Verfügung. Diese können zur alternativen Ansteuerung bedarfsweise um 64 einzeladressierbare DALI Gerätekanäle je DALI System ergänzt werden.
Das Gateway ist gemäß IEC 62386 Ed. 2 als Steuergerät DALI-2 zertifiziert.


Das Gateway fungiert in einem System als zentrale Steuerungskomponente (Master-Controller), welche auch die Spannungsversorgung der DALI Schnittstelle gewährleistet. Die DALI Betriebsgeräte, z. B. EVG, arbeiten als Befehlsempfänger (Slaves), die nur bei Anfrage Zustände oder Statusmeldungen an den Master zurücksenden. Dabei ist es allein die Aufgabe des Gateways, vom KNX empfangene Steuerungsbefehle auf die DALI Leitung auszusenden und die Betriebsgeräte zu kontrollieren. Der Einsatz weiterer DALI Steuerungskomponenten im Multimaster-Betrieb, beispielsweise eine zusätzliche DALI Zentrale, ein DALI Potentiometer oder netzspannungsschaltende Taster, sind überflüssig und können in Einzelfällen auch zu Fehlfunktionen im DALI System führen. Aus diesem Grund ist es erforderlich, andere Steuerungskomponenten aus dem System - insbesondere beim Nachrüsten vorhandener DALI Anlagen - zu entfernen. Die Ansteuerung der DALI Anlage erfolgt dann voll und ganz durch Komponenten des KNX.
Die Kommunikation zwischen KNX System und DALI Schnittstelle erfolgt über das Gateway bidirektional. Zum einen empfängt das Gateway vom KNX Telegramme, die den Helligkeitszustand einer Gruppe oder von einzelnen Betriebsgeräten entweder direkt beeinflussen (z. B. durch Schalten, Dimmen, Helligkeitswertvorgabe oder Szenenabruf) oder indirekt verstellen (z. B. durch Zeit-, Sperr- oder Zwangsstellungsfunktionen). Das Gateway ermittelt intern stets die aktuellen Helligkeitszustände der Gruppen und Einzelgeräte und leitet Helligkeitsbefehle an die DALI Betriebsgeräte weiter, die sich dann auf die entsprechende Helligkeit einstellen. Zum anderen können die intern nachgeführten Schalt- oder Helligkeitszustände der Gruppen und Einzelgeräte auf den KNX rückgemeldet werden. Auch ist die Übermittlung von Statusinformationen der DALI Betriebsgeräte (Lampenfehler, EVG-Fehler) oder des Gateways (Netzspannungsausfall, DALI Kurzschluss) auf den KNX möglich.
Das Gateway unterstützt die Ansteuerung von DALI Betriebsgeräten des Gerätetyps "Tunable White". Hierdurch lässt sich durch Verwendung geeigneter DALI Betriebsgeräte und Leuchtmittel die Farbtemperatur einer Leuchte steuern. Das Gateway ermöglicht die Steuerung der Farbtemperatur über ein relatives oder absolutes Dimmen und zusätzlich über Szenen.
Darüber hinaus ist die Steuerung der Lichtfarbe bei Verwendung von DALI Betriebsgeräten des Gerätetyps "Colour Control" realisierbar. Das Gateway ermöglicht eine flexible Farbsteuerung in den Farbräumen "RGB", "RGBW", "HSV" oder "HSVW". In den RGB-Farbräumen ist die Farbe durch relatives oder absolutes Dimmen entweder über kombinierte oder getrennte Kommunikationsobjekte gemäß KNX Spezifikation steuerbar. Im Farbraum "HSV" stehen stets getrennte Objekte zur absoluten Steuerung der Lichtfarbe durch Farbwinkel (H), Sättigung (S) und Hellwert (V) zur Verfügung. Zusätzlich ist eine Integration der Farbsteuerung in Szenen möglich.
Gruppen oder Einzelgeräte können optional in 16 unabhängige Szenen integriert werden. In einer Szene können separat für jede Gruppe oder für einzelne Betriebsgeräte Helligkeitswerte, Farbtemperaturen und Farben in der ETS parametriert oder später im laufenden Betrieb durch Szenenspeichertelegramme angepasst werden.
