Adressierungsarten

Ein DALI System kann maximal 64 Betriebsgeräte adressieren, wobei das Gateway selbst nicht als Betriebsgerät gezählt wird. Bis zu 6 unterschiedliche Adressierungsarten ermöglichen das gruppenorientierte und einzeladressierte Ansteuern von DALI Leuchten über KNX Telegramme. Abhängig von der Konfiguration stehen für eine Gruppenadressierung bis zu 32 unabhängige Gruppen zur Verfügung. Diese können zur alternativen Ansteuerung bedarfsweise um 64 einzeladressierbare Gerätekanäle ergänzt werden.

Szenen werden durch die globale Adressierungsart und durch die allgemeine Konfiguration der Gruppen und Einzelgeräte beeinflusst. Daher müssen die globalen und allgemeinen Parameter zuerst eingestellt werden, bevor die Szenenkonfiguration erfolgt!

  • Zentralsteuerung:
    Bei der Zentralsteuerung werden alle angeschlossenen DALI Komponenten durch einen Broadcast-Befehl angesteuert. Hierdurch entfällt eine DALI Inbetriebnahme, wodurch sich Beleuchtungsanlagen mit geringer Funktionsanforderung schnell und unkompliziert in Betrieb setzen lassen (vereinfachte Konfiguration ohne DALI Inbetriebnahme). Bei der Zentraladressierung sind einige Funktionen nicht verfügbar (kein Fehlerstatus, kein automatischer Gerätetausch).
Beispiel einer Zentralsteuerung (Broadcast) - Nur eine Gruppe

Da bei einer Zentralsteuerung keine DALI Adressierung über Gruppen- und Kurzadressen erfolgt, ist kein automatischer Gerätetausch über die Handbedienung möglich. Im Fall eines Austausches eines oder mehrerer DALI Betriebsgeräte muss daher eine neue ETS-Inbetriebnahme (Programmieren des Applikationsprogramms) ausgeführt werden, damit alle DALI Laufzeitparameter in die Betriebsgeräte übernommen werden.

  • Gruppensteuerung 1...16:
    Im Zuge der DALI Inbetriebnahme werden die max. 64 DALI Betriebsgeräte beliebig verschiedenen Gruppen des Gateways zugeordnet. Hierbei kann jeder Gruppe (1...16) eine beliebige Anzahl von DALI Betriebsgeräten zugeordnet werden. Die Adressierung erfolgt DALI seitig über Gruppenadressen, welche das Gateway für den Bediener unsichtbar konfiguriert und selbstständig verwaltet. Bei der DALI Inbetriebnahme werden die betroffenen Betriebsgeräte dementsprechend automatisch programmiert. Durch ausschließliche Verwendung von Gruppenadressen (Multicast) ist die Reaktionszeit der DALI Teilnehmer - besonders in großen Anlagen - in dieser Adressierungsart kurz.
    Im Projektierungs-Beispiel besitzt jede der eingezeichneten Leuchten ein DALI Betriebsgerät. Jeweils vier Leuchten befinden sich in einer gemeinsamen Gruppe. Die auf diese Weise zu Gruppen zusammengefassten Leuchten können über den KNX gemeinsam angesteuert werden.
Beispiel einer Gruppensteuerung mit drei Gruppen - Alle Leuchten gruppenadressiert
  • Gruppensteuerung 1...32:
    Auch bei dieser Adressierungsart werden die max. 64 DALI Betriebsgeräte, im Zuge der DALI Inbetriebnahme, verschiedenen Gruppen des Gateways zugeordnet. Hierbei kann den Gruppen 1...16 eine beliebige Anzahl von DALI Betriebsgeräten zugeordnet werden. Die Adressierung erfolgt DALI seitig über Gruppenadressen, wodurch die Reaktionszeit der DALI Teilnehmer in den Gruppen 1...16 kurz ist.
    Den Gruppen 17...32 sind dagegen nur jeweils bis zu fünf DALI Betriebsgeräte zuweisbar. Bei diesen Gruppen erfolgt die DALI Adressierung mangels DALI Gruppenadressen über die Geräte-Kurzadressen, wodurch die Betriebsgeräte individuell adressiert und somit eindeutig angesprochen werden. Speziell in großen Anlagen mit mehreren per Kurzadresse adressierten Teilnehmern ist die Reaktionszeit langsamer als bei einer Gruppenadressierung, da die Adressierung individuell zeitlich nacheinander erfolgt.
    Im Projektierungs-Beispiel besitzt jede der eingezeichneten Leuchten ein DALI Betriebsgerät. Im rechten und mittleren Bereich des Raums werden zwei Gruppen mit jeweils vier Leuchten gebildet. Hier bietet sich die Verwendung der Gruppen 1...16 an. In einem weiteren Bereich des Raums werden in Summe vier Leuchten in zwei weitere Gruppen integriert. Jede dieser Gruppen enthält zwei Leuchten. Hier bietet sich die Verwendung der Gruppen 17...32 an, speziell dann, wenn die unteren Gruppen mehrere Betriebsgeräte umfassen sollen (z. B. in anderen Räumen).
    Durch beispielhafte Integration von je zwei Betriebsgeräten in bis zu 32 Gruppen kann unter Verwendung dieser Adressierungsart ein DALI Gesamtsystem von 64 Teilnehmern über Gruppensteuerung adressiert werden.

Die Vergabe der Geräte-Kurzadressen erfolgt grundsätzlich in der Parameterkonfiguration der Einzelgeräte und kann hierdurch individuell beeinflusst werden. Kurzadressen müssen eindeutig sein. Dadurch dürfen Adressen nicht mehrfach in einer DALI Anlage vorkommen. Das Applikationsprogramm prüft das Editieren von Kurzadressen und stellt die Eindeutigkeit sicher.

Beispiel einer Gruppensteuerung mit vier Gruppen -
Leuchten in Gruppen 17 und 18 einzeladressiert
  • Gruppensteuerung 1...16 und Gerätesteuerung 1...64:
    Bei dieser Adressierungsart erfolgt die Ansteuerung der Betriebsgeräte in den Gruppen 1...16 über DALI Gruppenadressen, wie weiter oben für die Gruppensteuerung beschrieben. Zusätzlich können weitere DALI Betriebsgeräte individuell als Einzelgerät adressiert werden. Die Adressierung dieser Einzelgeräte erfolgt individuell über die Geräte-Kurzadressen.
    Im Projektierungs-Beispiel besitzt jede der eingezeichneten Leuchten ein DALI Betriebsgerät. Im rechten und mittleren Bereich des Raums werden zwei Gruppen gebildet. Hier bietet sich die Verwendung der Gruppen 1...16 an. In einem weiteren Bereich des Raums sind zwei weitere Leuchten installiert, die jeweils getrennt angesteuert werden sollen. Hier bietet sich die Verwendung der Einzeladressierung an.

DALI Betriebsgeräte können entweder nur in die Einzelgeräteadressierung oder alternativ in die Gruppenadressierung integriert werden. Die Ansteuerung eines Betriebsgeräts durch beide Adressierungsarten ist nicht möglich. Betriebsgeräte, die in die Gruppensteuerung integriert sind, können nicht mehr als Einzelgerät adressiert werden. Der umgekehrte Fall gilt in gleicher Weise.

Speziell in großen Anlagen mit mehreren Einzelteilnehmern ist die Reaktionszeit langsamer, als bei einer reinen Gruppensteuerung, da die Adressierung individuell zeitlich nacheinander erfolgt. Sofern mehrere DALI Betriebsgeräte identisch auf KNX Befehle reagieren sollen (zeitgleiches Ein- oder Ausschalten, gleiche Helligkeitswertvorgaben), ist - sofern möglich - eine Gruppensteuerung oder alternativ eine Szenenansteuerung dieser Teilnehmer vorzuziehen.

Beispiel einer Gruppen- und Einzelgerätesteuerung
  • Gruppensteuerung 1...32 und Gerätesteuerung 1...64:
    Diese Adressierungsart verhält sich genauso wie die Adressierung "Gruppensteuerung 1...16 und Gerätesteuerung 1...64", mit dem Unterschied, dass zusätzlich die Gruppen 17...32 zur Verfügung stehen. Auch hier sind den Gruppen 17...32 nur jeweils bis zu fünf DALI Betriebsgeräte zuweisbar. Die DALI Adressierung erfolgt mangels DALI Gruppenadressen auch in diesem Fall über die Geräte-Kurzadressen, wodurch die Betriebsgeräte individuell adressiert und somit eindeutig angesprochen werden.
  • Gerätesteuerung 1...64:
    Diese Adressierungsart erlaubt ausschließlich die Steuerung von bis zu 64 Einzelgeräten. Eine Gruppenadressierung ist nicht möglich. Die Adressierung der Einzelgeräte erfolgt - wie auch bei den anderen Adressierungsarten mit Gerätesteuerung - individuell über die Geräte-Kurzadressen.
    Die Verwendung dieser Adressierungsart bietet sich an, wenn beispielsweise alle Betriebsgeräte individuell angesteuert werden sollen und folglich eine Gruppensteuerung nicht zweckmäßig ist.
Beispiel einer Einzelgerätesteuerung - Alle DALI Betriebsgeräte individuell ansteuerbar

Mehrfachzuordnung von DALI Betriebsgeräten zu verschiedenen Gruppen

Es ist für Sonderfälle möglich, Betriebsgeräte bei Gruppensteuerung auf mehr als nur eine Gruppe zuzuordnen. Im Standardfall ist die Zuordnung eines DALI Betriebsgerätes in nur eine Gruppe möglich. Dadurch wird die Gerätezuordnung übersichtlich und es kommt durch die eindeutige Zuweisung nicht zu Gruppenüberlappungen und folglich auch nicht zur Beeinflussung von Statuswerten. Bei Bedarf kann als Alternative die Mehrfachgruppenzuweisung freigegeben werden. Dazu muss das Kontrollfeld "Mehrfache Gruppenzuordnung zulassen" im Inbetriebnahme-Dialog der DCA angewählt werden (im Standardfall ist dieses Kontrollfeld abgewählt). Hierdurch ist es dann möglich, DALI Betriebsgeräte im Zuge der Online-Inbetriebnahme mehr als nur einer Gruppe zuzuordnen.

Eine Mehrfachzuweisung von DALI Betriebsgeräten zu verschiedenen Einzelgeräten der Projektierung (Gerätesteuerung) ist generell nicht möglich.

Grundsätzlich ist die Gruppenzuordnung von DALI Betriebsgeräten beliebig. Es wird jedoch empfohlen, die Betriebsgeräte DALI seitig nicht mehreren Gruppen zuzuordnen. Besser ist die Aufteilung der Geräte auf getrennte und nicht überlappende Gruppen und eine KNX seitige Verknüpfung über die Gruppenadressierung in der ETS.

Beispiel einer Mehrfachzuordnung von Betriebsgeräten -
Hier: Gruppe 1 überlappt Gruppe 2 und Gruppe 17

DALI Betriebsgeräte, die mehreren Gruppen zugewiesen sind, stellen sich immer auf den zuletzt über eine der zugeordneten Gruppen eingestellten Zustand ein. In diesem Fall kann die Rückmeldung des Schaltstatus, des Helligkeitswerts, der Farbtemperatur oder Farbe einer Gruppe nicht immer eindeutig sein. Die folgenden Beispiele verdeutlichen dieses Verhalten:
Beispiel 1: Gruppe 1 wird auf 10 % Helligkeit eingestellt. Danach wird Gruppe 2 auf 20 % Helligkeitswert gedimmt. Die Leuchten der Gruppe 2 nehmen den zuletzt aufgerufenen Helligkeitswert 20 % an. Die Rückmeldung der Gruppe 1 bleibt auf 10 % stehen, obwohl einige zur Gruppe gehörende Betriebsgeräte auf 20 % Helligkeit eingestellt wurden.
Beispiel 2: Gruppe 1 wird eingeschaltet und nimmt den Helligkeitswert 100 % ein. Der Zustand der Gruppe 2 ist intern im Gateway weiterhin auf 0 % Helligkeit (AUS) eingestellt. Nun wird Gruppe 2 hochgedimmt. Die Leuchten der Gruppe 2 passen sich dem Dimmvorgang an (hochdimmen beginnend bei minimaler Helligkeit), obwohl diese Leuchten zuvor bereits durch die Gruppe 1 eingeschaltet gewesen sind.

Wenn DALI Betriebsgeräte mehreren Gruppen zugewiesen sind und diese Gruppen einer gemeinsamen Szene zugeordnet wurden, dann stellen sich die Betriebsgeräte auf den Helligkeits-, Farbtemperatur- oder Farbwert ein, der durch die Gruppe mit der höchsten Nummer vorgegeben wird. Beispiel: Ein EVG wurde den Gruppen 1 und 2 zugeordnet. Beide Gruppen sind der Szene 1 zugewiesen. Gruppe 1 soll sich bei einem Szenenabruf auf 10 % und Gruppe 2 auf 20 % Helligkeit einstellen. Beim Abruf der Szene 1 wird das EVG auf 20 % Helligkeit eingestellt, weil die Gruppe 2 die höhere Gruppennummer besitzt.